Michail W. Lomonossow und Karl Wilhelm Scheele 

berühmte Zeitgenossen (russische und deutsche)  im Buch von C.Neitzel:

"Arnshagen-eine Kirchengemeinde in Pommern zwischen 1640 und 1766."

Dieses Buch ist ausverkauft, es wird nicht wieder aufgelegt und ist nur in wenigen antiquarischen Exemplaren noch im Umlauf.

Michail W. Lomonossow ist im Nordosten Rußlands in der Nähe von Archangelsk 1711 in einer armen Familie aufgewachsen. Er interessierte sich schon als Junge sehr für Wetterkunde und für die Navigation, aber fand dort im hohen Norden und Osten Russlands keine schlüssigen Antworten auf seine Fragen. Seine Wissbegier war sehr ausgeprägt, sie ließ ihm keine Ruhe, er verließ seine Familie. Er machte sich auf den Weg zu Fuß nach Moskau, ein Abstand von eintausend Kilometern. Hier begann er ein Studium an der geistlichen Akademie und fand die Unterstützung die er brauchte, er war ein fleißiger gründlicher Student. Vier Jahre später wurde er mit anderen Kommilitonen an die Akademie der Wissenschaften nach Sankt Petersburg gesandt. Mit seinen Professoren kam er 1736 überein, daß er sein Studium nun weiter in Deutschland, in Marburg, fortsetzen sollte. Der Philosoph Christian Wolff unterrichtete dort in den Fächern Philosophie, Mathematik, Chemie und Physik. Dieser war bei den Sankt Petersburger Professoren durch wissenschaftliche Veröffentlichungen bekannt geworden, und sie meinten, daß es gut wäre, wenn ein so eifriger, guter Student dieses Wissen durch direkte Teilnahme an den Vorlesungen nach Rußland holen könnte. Er studierte von 1736 bis 1739 mit großem Erfolg bei Wolff, weitete auf dessen Anraten sein Studium für ein weiteres Jahr im Freiberger Laboratorium von Johann Friedrich Henkel im Bergbau und im Hüttenwesen aus. Dort beschäftigte er sich auch viel mit Literatur. Er kehrte 1740 nach Marburg zurück und heiratete die Tochter seiner Vermieterin. Er rundete seine Studien in Marburg ab, das Ehepaar bekam ein Kind. Um seine Doktorarbeit zu schreiben, kam er nach Sankt Petersburg zurück, seine Frau Elisabeth-Christina folgte ihm zwei Jahre später mit der gemeinsamen Tochter. Ab 1745 lehrte er als Professor der Chemie in einem von ihm selbst eingerichteten Unterrichts- und Forschungslabor, war außerdem aber auch noch als Dichter sehr produktiv. Die Zarin forderte ihn zusammen mit dem Dichter Trediakowski im Jahr 1750 auf, Schauspiele für das neue Nationaltheater zu verfassen, was er auch mit großem Erfolg tat. Sein Einfluß bei der Zarin war auch sehr gestiegen, er hatte mit der tatkräftigen Unterstützung des Favoriten der Zarin,  Iwanowitsch Schuwalow, an der Gründung der Moskauer Staatsuniversität mitgewirkt. Nun war er ein viel besprochener Mann in Rußland. Er holte die Mosaikkunst wieder aus der russischen Vergessenheit, er gestaltete die Schlacht bei Poltawa in einem sehr großen Mosaikbildnis nach. Er bereitete die kinetische Gastheorie konkret vor, nach Lomonossow ist die Wärme eine Form der Bewegung der kleinsten Teilchen, eine atomistische Theorie. Auch stellte er als erster einen Zusammenhang zwischen Polarlichtern und elektrischer Ladung her. Zum Jahreswechsel 1764/65 erkrankte Michail Wassiljewitsch Lomonossow, er erholte sich auch nicht merklich, obwohl die Ärzte alles taten, um den berühmten Wissenschaftler zu retten, er starb im April 1765 an einer schweren Krankheit. Er wurde nur 54 Jahre alt.

In unregelmässigen Abständen werde ich in den Rubriken:
Heiteres und Besinnliches, Ahnen und Forschung,
immer wieder Themen behandeln

Meine Vorfahren kommen aus Pommern, Kreis Stolp (jetzt Slupsk in Polen), ich befasste mich näher mit den damaligen Lebensumständen zu Zeiten des 30jährigen Krieges und habe darüber einen zeitgenössischen Roman geschrieben.